Ortsteile

Aus der Geschichte der Ortsteile

Bambergen hatte am 31.12.2014 700 Einwohner und 631 ha Gemarkungsfläche; seit 01.07.1971 Teilort von Überlingen. Es liegt im Nordosten, cirka 5,6 km vom heutigen Stadtkern entfernt. Auf der Gemarkung fanden sich römische Reste, was für die Existenz einer „villa rustica“ spricht. Erstmals urkundlich genannt ist der Ort 1268. Besitz hatten hier vor allem das Kloster Salem und der Spital Überlingen. Diesem gehörte seit 1352 auch das niedere Gericht. Bambergen bildete schließlich ein eigenes spitälisches Amt. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bis 1779 bei der Grafschaft Heiligenberg (Fürstenberg), seither bei der Reichsstadt Überlingen. Mit ihr wurde Bambergen 1802/03 badisch. Bonndorf ( www.bonndorf-ueberlingen.de ) hatte am 31.12.2014 555 Einwohner und 1 103 ha Gemarkungsfläche; seit 01.01.1975 Teilort von Überlingen. Heute markiert es die Westgrenze des Stadtgebietes. Die noch überwiegend landwirtschaftlich orientierte Gemeinde besitzt im „Haldenhof“ mit weitem Ausblick auf See und Alpen ein viel besuchtes Ausflugsziel. Ob eine St. Galler Urkunde von 800 mit „Pondorf“ Bonndorf im Linzgau oder einen anderen Ort, wenn nicht gleichen so ähnlichen Namens im Süden des heutigen Landes Baden-Württemberg nennt, ist kaum mehr zweifelsfrei zu klären. Dagegen war das heute zu Bonndorf gehörige Walpertsweiler 1134 nachweisbar Teil der Gründungsschenkung des Guntram von Adelsreute an das Kloster Salem. Aus dem Zeitraum 1134/37 datiert auch die älteste unstrittige Erwähnung von Bonndorf selbst. Begütert war hier anfangs die Herrschaft Hohenfels. Im 15. Jahrhundert fasste in Bonndorf der Überlinger Spital Fuß, der 1423 u.a. die Hälfte des Niedergerichts an sich brachte und seinen Besitz später arrondieren konnte. Schließlich bildete Bonndorf, wie schon Bambergen, ein eigenes spitälisches Amt. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der Landgrafschaft Nellenburg, seit 1465 also bei Österreich. Der 30jährige Krieg zog Bonndorf stark in Mitleidenschaft. 1802/03 wurde der Ort badisch. Deisendorf hatte am 31.12.2014 662 Einwohner und 357 ha Gemarkungsfläche; seit 01.04.1974 Teilort von Überlingen. Es liegt cirka 3 km vom Seeufer entfernt an der Straße von Überlingen nach Salem und ist heute nicht nur Wohngemeinde, sondern auch Ferienort. Eine Erwähnung schon 972 als Besitz des Klosters Einsiedeln in der Schweiz nahm man verschiedentlich für Deisendorf in Anspruch, doch sind Deisendorf, Daisendorf und Taisersdorf, allesamt im westlichen Linzgau gelegen, in den frühen Zeugnissen schwer auseinander zu halten. Das Kloster Salem und der Spital Überlingen teilten sich die niedere Gerichtsbarkeit, die hohe Gerichtsbarkeit lag auch hier bis 1779 bei der Grafschaft Heiligenberg (Fürstenberg), seither bei der Reichsstadt Überlingen. Bis ins 19. Jahrhundert war Deisendorf Poststation an der Straße Stockach – Meersburg. 1802/03 wurde der Ort badisch. Hödingen hatte am 31.12.2014 805 Einwohner und 286 ha Gemarkungsfläche; seit 01.07.1974 Teilort von Überlingen. Das Dorf liegt zwischen zwei Naturschutzgebieten, Hödinger Berg und Hödinger Tobel. In der Ortsmitte ist Hödingen noch immer durch die Landwirtschaft geprägt, in den Außenbezirken durch modernen Wohnbau, nicht zuletzt dank der Aussicht zum See. Hödingen war Sitz etlicher namhafter Künstler. Zunehmend kehren auch hier Feriengäste ein.Hügelgräber weisen auf alte Besiedlung (wohl Hallstattzeit, 750–400 vor Christus). Urkundlich genannt wurde Hödingen erstmals 1242. Die Rechts- und Besitzverhältnisse waren auch hier lange bemerkenswert diffus: Reichen Grundbesitz am Ort hatte seit der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert der Konstanzer Spital, die niedere Gerichtsbarkeit gehörte der Stadt Konstanz, die hohe Gerichtsbarkeit bis 1779 der Grafschaft Heiligenberg (Fürstenberg), seither der Reichsstadt Überlingen. 1802/03 wurde Hödingen badisch. Seine St.-Bartholomäus-Kirche war durch Jahrhunderte ein viel besuchter marianischer Wallfahrtsort. Lippertsreute (www.lippertsreute.de) hatte am 31.12.2014 931 Einwohner, ist 687 ha groß und seit 01.04.1972 Teilort von Überlingen. Es liegt am Westrand des Salemer Tals an der Straße Überlingen – Altheim – Pfullendorf. Der Ort, zu dem auch Ernatsreute, Hagenweiler, Steinhöfe und Wackenhausen zählen, ist immer noch vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. 2004 wurde Lippertsreute „staatlich anerkannter Erholungsort“. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Lippertsreute 1158. Liegenschaften besaßen hier offenbar seit alters die Herren von Bodman. Sie traten das Patronatsrecht über die Kirche von Lippertsreute 1280 der Überlinger Johanniterkommende ab. Diese brachte anscheinend rasch auch weitere Rechte in Lippertsreute an sich – mit Ausnahme der hohen Gerichtsbarkeit, die bis 1784 die Grafschaft Heiligenberg (Fürstenberg) innehatte. Mitte des 14. Jahrhunderts verkauften die Johanniter die meisten Besitzungen und Rechte in Lippertsreute an den anderen, hierzulande begüterten Ritterorden, die Deutschherren auf der Mainau. Samt deren Kommende fiel das Dorf 1805/06 an Baden. Unweit Lippertsreute liegt „Maria im Stein“, wie Hödingen ein traditioneller marianischer Wallfahrtsort am Westrand des Linzgaus. Nesselwangen hatte am 31.12.2014 517 Einwohner und 596 ha Gemarkungs-fläche, wovon nicht weniger als 220 ha auf Waldungen entfallen. Seit 01.07.1974 ist es Teilort von Überlingen. Es liegt an der Straße Überlingen – Stockach. Nesselwangen mit seiner Kirche wird bereits 1094 urkundlich erwähnt. Der Ort war im Wesentlichen, samt der niederen Gerichtsbarkeit, lange Adelsbesitz (Herrschaft Hohenfels, später von Landenberg-Greifensee). 1479 kam Nesselwangen an den Überlinger Spital. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der Landgrafschaft Nellenburg, d.h. seit 1465 bei Österreich. Als reichsstädtisch-Überlinger Teilterritorium ging der Ort 1802/03 an Baden. Nußdorf ( www.nussdorf-bodensee.de ) hatte am 31.12.2014 1.759 Einwohner und 200 ha Gemarkungsfläche, davon volle 100 ha Wald. Seit 01.01.1975 ist es Teilort von Überlingen. Dank seiner Lage am See zwischen Überlingen und Birnau wandelte sich das Bauerndorf zum beliebten Ferienort mit Gastronomiebetrieben und sonstigen Erholungseinrichtungen. Pfahlbaureste am Seeufer wurden 1862 entdeckt und in die jüngere Steinzeit datiert. Die erste Erwähnung von Ort und Ortsadel gehört in den Zeitraum 1134/37. Nußdorf war von 1228 bis zum Anfall an Baden 1802/03 Eigentum des Klosters Salem, das hier, außer der niederen, seit 1637 auch die hohe Gerichtsbarkeit besaß. Schwere Schäden erlitt der Ort im 30jährigen Krieg; 1643 brannten die Franzosen, die damals Überlingen eingenommen hatten, viele Häuser nieder. Ein bedeutender Salemer Abt stammte von hier: Stefan Jung (1698–1725), der „dritte Gründer Salems“. Er kam zwar in Koblenz (Aargau) zur Welt, sein Vater aber war Zimmermann in Nußdorf gewesen und nach der totalen Zerstörung von Nußdorf 1643 in die von den Wirren des 30-jährigen Krieges nahezu unberührte Schweiz ausgewandert.