Oberbürgermeister Jan Zeitler besuchte mit dem Wirtschaftsförderer Überlingens Stefan Schneider den Naturkost-Großhändler Bodan, um eine Tankstelle für flüssiges CO2 einzuweihen

 
 
Überlingen, 6. Februar 2018 | Am Dienstagabend haben Überlingens Oberbürgermeister Jan Zeitler mit dem Wirtschaftsförderer Stefan Schneider und Dr. Wolfgang Heine, Bereichsleiter Standortpolitik und Unternehmensförderung der IHK Bodensee-Oberschwaben, beim Naturkost-Großhändler BODAN in Überlingen eine neuartige Tankstelle für besonders umweltschonende Transportkühlungen eingeweiht. Das Unternehmen hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2020 die Treibhausgas-Emissionen (CO2e) des Fuhrparks aus der Verbrennung fossiler Kraftstoffe auf Null zu reduzieren.

Da ein Großteil der von BODAN gehandelten Bio-Waren Frischeprodukte sind, ist Kühlung beim Transport unverzichtbar. Üblicherweise werden die dazu nötigen Aggregate mit Diesel betrieben. Alternativ dazu investiert der Großhändler seit 2013 in eine innovative Technologie, die mit flüssigem CO2 aus natürlichen Kohlensäure- und Mineralwasserquellen arbeitet.

Die Vorteile der CO2-basierten Transportkühlung liegen laut BODAN-Geschäftsführer Dieter Hallerbach auf der Hand: „Sie stößt 75 % weniger CO2 aus als konventionelle Dieselsysteme, setzt keine Stickoxide, sonstigen Abgase oder Rußpartikel frei und sie ist mit 60 Dezibel nicht lauter als ein normales Gespräch – ein Vorteil vor allem bei der Nachtauslieferung.“

„Wir wollen nicht nur, dass Bio-Ware im Einkaufskorb liegt, wir wollen auch, dass diese Ware möglichst umweltschonend dorthin gelangt“, beschreibt Hallerbach die Motivation hinter der Investition. Seit im Jahr 2011 der Startschuss für das „Zukunftsprogramm dekarbonisierte Logistik“ fiel, hat BODAN nicht nur in innovative Kühlungen investiert, sondern vor allem in alternative Antriebe. So sind heute bereits drei Gas-LKW und zwei Hybrid-LKW im Einsatz.

Ein Beispiel für die Umweltwirkung: Die Gas-LKW stoßen bis zu 90 % weniger CO2 aus als vergleichbare Dieselmodelle. Bei der Neuanschaffung solcher umweltschonender Fahrzeuge fallen allerdings auch rund 50.000 Euro höhere Kosten an. „Die Vergünstigungen von staatlicher Seite fallen bisher mager aus. Wir versuchen, die Mehrkosten so weit möglich durch hocheffizientes Fuhrparkmanagement und intelligente Verteilerkonzepte auszugleichen“, erklärt Hallerbach, „denn wenn wir mit der Einführung Grüner Logistik auf perfekte Rahmenbedingungen warten, kommen wir zu langsam voran. Wir wollen heute schon handeln.“

Für Oberbürgermeister Jan Zeitler zeigt das Unternehmen, wie es möglich ist, hohe Umweltstandards umzusetzen und erfolgreich am Markt zu bestehen. „Zweihundert Arbeitsplätze und regelmäßige Ausbildungsplätze in Überlingen sind ein Aktivposten für unsere Stadt“, so Zeitler.