Ein zukunftsweisendes Pflegezentrum

OB Zeitler und Holger Hanke besprechen erste Pläne für eine Wohngruppe für jüngere Behinderte im neuen Pflegezentrum

9,6 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Schwerbehinderung. So auch der Überlinger Holger Hanke, der seine Situation in einem Gespräch mit OB Zeitler erläutert. Hanke ist ein vielseitiger Mensch, liest oder hört gerne Musik. Besonders interessiert ist das FDP-Mitglied an politischen Themen. In seiner Freizeitgestaltung stößt der Rollstuhlfahrer aber oft an seine Grenzen. Viele Gastronomiebetriebe und Kulturstätten seien nicht auf Menschen wie ihn vorbereitet, so Hanke. Tatsächlich sind in Deutschland beispielsweise nur etwa 50% aller Bahnsteige barrierefrei, Hotels sogar nur zu einem Prozent. Dies schränkt Menschen wie Hanke in Ihrem Alltag ungemein ein. Besonders freut es ihn daher, wenn er etwa in der Greth oder im Strandbad Nussdorf immer problemlos zurechtkommt. Allgemein seien die Menschen in Überlingen sehr hilfsbereit.                                Nicht nur die Freizeitgestaltung bedarf einer umsichtigeren Planung. Auch die Wohnsituation muss häufig an die speziellen Bedürfnisse angepasst werden. Und trotzdem ist die pflegerische Unterstützung unabdingbar. Viele beeinträchtigte Menschen werden zu Hause von Angehörigen versorgt. Doch auch Angehörige können an Ihre körperlichen und psychischen Belastungsgrenzen kommen. Für Hanke ist es deshalb wichtig zu klären, wie er auch längerfristig gepflegt wird und dabei gleichzeitig möglichst selbstständig leben kann. Gerne würde er in einer Wohngruppe mit anderen jüngeren Pflegebedürftigen leben. Im geplanten neuen Pflegezentrum im Gebiet Südlich Härlen sieht er dafür eine Chance.
Die neue Einrichtung wurde 2017 vom Gemeinderat beschlossen. Auf ca. 6500 m² sollen Pflegeplätze für insgesamt 123 Personen entstehen und auf einem angrenzenden Teilstück gibt es die Option, Wohnraum für 30 weitere Menschen zu schaffen. Der Baubeginn ist etwa für 2021 terminiert. Mittelfristig soll das Alten-und Pflegeheim St. Ulrich dann aufgegeben werden und in dem neuen Pflegezentrum aufgehen. Eine Wohngruppe für jüngere Bewohner in die Planungen mit einzubeziehen ist für Hanke zukunftsweisend. Für OB Zeitler ist das Thema besonders wichtig: „Inklusion bedeutet, Menschen so weit wie nötig zu unterstützen, aber gleichzeitig auch so weit wie möglich selbstständig leben zu lassen. Dafür muss sich Überlingen an die Bedürfnisse der Menschen anpassen.“ Der Oberbürgermeister dankt Hanke für das Interesse sich in die Planungen mit einzubringen. „Ich schätze diese Art von Bürgeraustausch sehr. Gerne beziehen wir seine Erfahrungen in die Konzeption des Pflegezentrums mit ein“. Im weiteren Verlauf wird Zeitler nun Kontakt mit Sebastian Dierig, Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderung bei der Stadt Überlingen, aufnehmen, um das Ergebnis der Besprechung mit Herrn Hanke auszuwerten.