Grünvernetzung: Die Landesgartenschau kommt in die Stadt

„Das Projekt Grünvernetzung ist die große Chance, innerstädtische Grünflächen zu entwickeln und für die Bürger neue Flächen und Nutzungen zu erschließen. Die Möglichkeiten einer Landesgartenschau mit ihren Förderprogrammen kommt hier dem Bürger in seinem unmittelbaren Umfeld zugute.“ Roland Leitner, Geschäftsführer der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH, stellte in der jüngsten Gemeinderatsitzung das Konzept vor, das einstimmig und mit großer Anerkennung verabschiedet wurde. In Überlingen werden dadurch Orte erlebbar, die bislang gar nicht oder nur für eine kleine Gruppe zugänglich waren.

„Der personelle und fachliche Background der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH, gepaart mit der innovativen Kraft des städtebaulichen Großprojektes und der Dynamik der festen Terminbindung kann Kräfte freisetzen, mit denen sich gestalten lässt“, so Leitner weiter. Die LGS GmbH wird in Abstimmung mit dem städtischen Fachbereich 3 die Steuerung des städtischen Korrespondenzprojektes zur Landesgartenschau übernehmen und gemeinsam mit dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten für die Planungsleistungen ein beschränktes Auswahlverfahren durchführen. Die Ergebnisse werden dem Gemeinderat zu Beratung und Beschlussfassung vorgelegt. Die Kosten für die Grünvernetzung lassen sich, so ist die Planung, im Kostenrahmen für die Daueranlagen in Höhe von 10,8 Millionen Euro abbilden.
 
Das Gesamtprojekt Grünvernetzung besteht aus einer Vielzahl individueller Teilprojekte, die sich zu einem Ganzen zusammenfügen, und die auch für das Ausstellungskonzept eine wichtige Grundlage sind. Die Gartenschau wird so in die historische Innenstadt geleitet, die Landesgartenschau in Überlingen wird erst mit diesen Projekten „rund“.
 
Folgende Projekte zählen zu den Kernflächen der Grünvernetzung: Villengarten mit Pflanzenhaus, Haus des Gastes und angrenzender Uferbereich, Blatterngraben, Grabenstraße (Stadtgraben), Rosenobelschanz, St. Johann-Graben und Menzinger Gärten in der Zuständigkeit der LGS sowie Seesportplatz, Mantelkopf und Rosengarten (Fachbereich 3 der Stadt). Alle genannten Bereiche werden zur Landesgartenschau gestalterisch aufgewertet.

Ein besonderer Ort in fantastischer innerstädtischer Lage sind die Menzinger Gärten, bislang kaum einsehbar, künftig jedoch für die Öffentlichkeit zugänglich. Der obere Teil der bislang kleingärtnerisch genutzten Anlage wird als öffentliche hochwertige Grünflächen mit viel Aufenthaltsqualitäten entwickelt. „Mit toller Aussicht auf die Gärten, die Stadt und den See und mit einem neuen Erschließungsweg, der über den Spielplatz den oberen Bereich neu anbindet,“ so Roland Leitner.
 
Der untere Teil mit den Heckenkarrees wird unter Einbeziehung der bisherigen Nutzer neu geordnet und den Bürgerinnen und Bürgern nach der Landesgartenschau wieder für eine moderne und flexiblere Nutzungsform der privaten Nahversorgung zur Verfügung gestellt. Unter dem Stichwort „Urban Gardening“ soll mit allen Beteiligten und den künftigen Nutzern ein innovatives Konzept entwickelt werden. Die Fläche wird komplett umgestaltet und die Wege und Heckenkarree werden neu angelegt. Die Umgestaltung ist ohnehin erforderlich, weil die Heckenanlage derzeit durch den Buchsbaumzünsler zerstört wird.