Apfelsortengarten beim Schloss Rauenstein: 40 Baumpatenschaften für Hochstammapfelbäume vergeben

Noch etwa 60 Bäume haben die Naturschutzverbände im Apfelsortengarten beim Schloss Rauenstein zu vergeben. Die Pflege der Bäume und des Grundstücks bleibt nach wie vor in den Händen der Stadt.

Die Naturschutzverbände BUND und NBU haben bisher schon rund 40 Baumpatenschaften für hochstämmige Apfelbäume, alte Sorten im städtischen Apfelsortengarten beim Schloss Rauenstein vergeben. Etwa 30 Interessierte kamen am Samstag vor zwei Wochen direkt zum Vor-Ort-Termin in den Apfelsortengarten und haben sich ihren Apfelbaum persönlich ausgesucht. Rund 10 weitere Baumpaten hatten sich schon zuvor im Umweltzentrum in der Mühlenstraße telefonisch gemeldet. Weitere Interessenten schickten eMails, die der NABU nach und nach beantwortet. Das berichtet Hartmut Walter, Vorsitzender der NABU Gruppe Überlingen und des NABU Bezirksverbands Donau-Bodensee. Die Umweltschutzverbände setzen ihre Aktion fort und vergeben in den kommenden Wochen noch weitere Patenschaften.

Stadt besitzt Hochstämme
Seit dem Kauf des Schlosses Rauenstein und des zugehörigen Parks besitzt die Stadt Überlingen den Apfelsortengarten. Auf dem Grundstück, wachsen rund 100 Apfelbäume. Bei den Hochstämmen handelt es sich um alte, traditionelle, mittlerweile seltene Sorten. Die Bäume, die charakteristisch und prägend für die Kulturlandschaft am Bodensee sind, stehen auf einer insgesamt 7.000 Quadratmeter großen Wiese. Die Pflege der Bäume und das Mähen des Grases übernimmt weiterhin die Stadt. Michael Brantner von der Abteilung Umwelt, Grünflächen und Forst weist darauf hin, dass die Stadt im Apfelsortengarten die Bäume nicht spritzt.
 
Mehr als 50 Personen auf der Wiese
Zu finden sind auf der städtischen Obstbaumwiese Sorten wie Brettacher, Winterzitronenapfel, Weißer Winterglockenapfel, Graue Herbstrenette, Ananasrenette. Großherzog Friedrich von Baden oder Eschacher. Sorten wie Topaz, Golden Delicious, Elstar, Jonagold, Braeburn oder Gala suchen Apfelfreunde vergeblich. Einige Sorten eignen sich besonders gut zum sofort essen oder zum Apfelkuchen backen. Andere Äpfel lassen sich auch lagern. Michael Brantner sagte, das Interesse beim Vor-Ort-Termin sei sehr groß gewesen. Hartmut Walter berichtete von etwa 50 bis 60 Personen. Gekommen waren ganz unterschiedliche Interessenten, darunter auch Familien mit Kindern.
 
Ansprechpartner vor Ort
Mit dabei waren bei der Vergabe der Patenschaften im Apfelsortengarten auch der Pomologe Hans-Thomas Bosch und Gerhard Weyers vom NABU, die sachkundig Auskunft gaben und Fragen der zukünftigen Baumpaten beantworteten. Die Naturschutzverbände hatten vor dem Termin noch einmal jeden Baum detailliert angeschaut. Die Interessenten konnten zwischen Bäumen mit Most- und Tafelobst wählen. Entscheiden konnten sie sich für Bäume, die unterschiedlich viele Äpfel tragen und sie erhielten zum Beispiel auch Informationen über die Reife- und Erntezeit der verschiedenen Sorten.
 
Auswahl der Bäume
Für die meisten Baumpaten war es nicht ausschlaggebend wie viele Äpfel ein Baum trägt. Die ertragreicheren Hochstämme waren allerdings zuerst vergeben, stellt Hartmut Walter bei einer ersten Zwischenbilanz fest. Einige Interessenten, die eine Patenschaft übernehmen wollten, suchten sich ihre Favoriten sehr gezielt aus und nahmen, bevor die Entscheidung fiel, zunächst zwei oder drei Bäume in die engere Wahl. Jeder einzelne Baum ist nummeriert, so dass die Baumpaten ihren Baum jederzeit identifizieren können. Die Naturschutzverbände wünschen sich langjährige Patenschaften.
 
Noch Apfelbäume zu vergeben
Rund 60 Apfelbäume können die Naturschutzverbände noch an weitere Paten vergeben. Baumpaten bezahlen 39 Euro an die Naturschutzverbände und können im Spätsommer dafür die Äpfel ernten. Baumpaten können ihren Baum in jeder Jahreszeit besuchen, schauen ob und wie er blüht und später die Äpfel beim Reifen beobachten.
 
Sortengarten frei zugänglich
Der Obstsortengarten ist nicht nur für die Baumpaten, sondern für alle Spaziergänger frei zugänglich. Eine Hinweistafel informiert über das Projekt. Die Naturschutzverbände appellieren an Hundebesitzer, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht auf dem Grundstück liegen zu lassen. Das Befahren der Wiese mit den Hochstämmen ist nicht erlaubt.
 
Baumpaten bitte melden
Info & Kontakt: Die Naturschutzverbände NABU und BUND ermuntern Interessenten am Projekt teilzunehmen und eine Baumpatenschaft zu übernehmen Weitere Interessenten können sich im Umweltzentrum in der Mühlenstraße melden (Telefon 07551/67365 oder Mail umweltzentrum_ueberlingen@t-online.de). Die Beantwortung der eMails übernimmt der NABU, der die Absender bei der Bearbeitung um ein bisschen Geduld bittet.