Programm

Montag, 24. Oktober 2016                                          19:30 Uhr
 
Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen Reutlingen
 
Biedermann und die Brandstifter
 
Schauspiel von Max Frisch
 
Inszenierung: Nick Hartnagel
Andreas Guglielmetti (Herr Biedermann), Martin Bringmann (Babette, seine Frau / Anna, ein Dienstmädchen / ein Polizist), Patrick Schnicke (Schmitz, ein Ringer), Raphael Westermeier (Eisenring, ein Kellner), Chor (Ensemble)
Einführung im Saal: 18:50 Uhr
  
Gottlieb Biedermann ist Hauseigentümer und Geschäftsmann. Wohlhabend, ordnungsliebend und zufrieden. Fremde kommen ihm nicht ins Haus. Schon gar nicht in der jetzigen Zeit, wo man jeden Tag in der Zeitung von Brandstiftern lesen muss. Doch als ein Hausierer vor der Tür steht und an Biedermanns Menschlichkeit appelliert, lässt der sich erweichen und den obdachlosen Fremden auf seinem Dachboden schlafen.
Als plötzlich ein zweiter auftaucht und beide zusammen Benzinfässer auf dem Dachboden lagern, wird Biedermann zunehmend misstrauisch und will die Eindringlinge loswerden. Doch es fehlt ihm der Mut, sie hinauszuwerfen…
 
Der Schweizer Max Frisch (1911 - 1991) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der deutschsprachigen Literatur im 20. Jahrhundert. Seine Tragikomödie „Biedermann und die Brandstifter“ (1958) beschreibt eine große, aktuelle Angstfantasie. Das Stück erzählt vom Ursprung, den Mechanismen und Konsequenzen unserer Angst vor dem unheimlichen Fremden.
„Der Prozess“ hinterfragt den Menschen und unsere Gesellschaft – gestern ebenso wie heute.

Beginn: 19:30 Uhr | Ende ca.: 20:55 Uhr
Einlass: 18:40 Uhr
Pause: keine

Foto: LTT/Martin Sigmund

Dienstag, 22. November 2016                                         19:30 Uhr

Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen Reutlingen
 
Schuld und Sühne
 
Schauspiel nach dem Roman von Fjodor Dostojewskij
 
Inszenierung: Gernot Grünewald
Mit: Michael Ruchter (Raskolnikow), Daniel Tille (Rasumichin / Marmeladow / Swidrigajlow), Raphael Westermeier (Luschin / Porfirij), Franziska Beyer (Sonja / Pulcherija / Pfandleiherin), Carolin Schupa (Dunja / Katarina Iwanowna / Lisaweta)
Einführung: 18:50 Uhr
 
Rodion Raskolnikow, ein begabter, aber verarmter Student in Sankt Petersburg, hält sich für ein Genie. Er ist besessen von der Idee, dass sich außergewöhnliche Menschen selbst ihre Gesetze geben und Verbrechen begehen dürfen, um den wissenschaftlichen und sozialen Fortschritt voranzutreiben. Raskolnikow tötet eine alte Wucherin, weil ihr Leben in seinen Augen nichts wert ist. Doch schon bald wird er verdächtigt und verhört. Der Staatsanwalt scheint den leidenschaftlichen Täter längst durchschaut zu haben und lässt ihn dennoch laufen. Getrieben von Ängsten und Größenwahn irrt Raskolnikow durch die Straßen. Da begegnet er der Hure Sonja. Die gläubige, junge Frau schenkt Raskolnikow ihre Liebe und beschwört ihn, den Mord zu gestehen.
 
Dostojewskijs Meisterwerk „Schuld und Sühne“ (1866) war für Thomas Mann „der größte Kriminalroman aller Zeiten“: Gibt es den perfekten Mord? Gibt es Gründe, die einen Mord rechtfertigen können? Und wie kann man mit der Schuld weiterleben, die man als Mörder auf sich geladen hat?
 

Foto: LTT/Felix Grünschloß

Montag, 12. Dezember 2016                    19:30 Uhr
 
Württembergische Landesbühne Esslingen
 
Der Prozess
 
Schauspiel nach dem Roman von Franz Kafka
 
Inszenierung: Alexander Müller-Elmau
Mit: Ralph Hönicke (Josef K.), Kristin Göpfert (Fräulein Bürstner / Frau des Gerichtsdieners, Leni), Nils Thorben Bartling (Wächter Willelm, Student, Advokat, Auskunftsgeber, der Geistliche) sowie vier weitere Mitwirkende
Einführung: 18:50 Uhr
 
Der Prokurist Josef K. bekommt überraschenden Besuch. Ihm wird mitgeteilt, er sei verhaftet. Die Umstände sind so mysteriös wie grotesk: Eine Anklage wird nicht formuliert und Josef K. darf sich weiter frei bewegen. Ohnmächtig versucht er herauszufinden, gegen welches Gesetz er verstoßen, vor welchem Gericht er sich zu verantworten hat. Nach einer langen Odyssee voller erotischer Eskapaden und absurd komischer Situationen kommt Josef K. an die „Türe des Gesetzes“ und will dort eine Antwort finden, die er aber nicht bekommen wird, denn „Das Gericht will nichts von dir. Es nimmt dich auf, wenn du kommst, und es entlässt dich, wenn du gehst.“ Kurz darauf ist Josef K. tot. 
Franz Kafkas im Sommer 1914 verfasstes Romanfragment ist zugleich beklemmend und befreiend, tragisch und komisch. Dem Protagonisten begegnet eine geschlossene Ordnung, deren Regeln er nicht kennt. Alle Antworten auf seine Fragen werden alsbald wieder in Frage gestellt. Aber eine Frage stellt Josef K. nie: Hätte das Gesetz Macht über ihn, hielte er es nicht für wahr? „Der Prozess“ hinterfragt den Menschen und unsere Gesellschaft – gestern ebenso wie heute.

Foto: Patrick Pfeiffer für WLB