Bestand der Leopold-Sophien-Bibliothek

Affe mit Pfirsichbaum

Der Altbestand umfasst hauptsächlich die Gebiete Theologie, Geschichte, lat. u. griech. Klassiker, Pädagogik des 19. Jahrhunderts und Werke der Aufklärung. Die Bibliothek hatte nach dem Tode Wochelers ein wechselvolles Schicksal. Durch mehrmaligen Umzug und schlechte Lagerung erlitt sie erhebliche Verluste. 1898 erschien nach einer Neuordung der Bibliothek der erste vollständige Katalog. Er wurde von Otto Kunzer von 1893 –1895 erstellt und 1896 - 98 nach Sachgebieten geordnet gedruckt.

Seit 1920 war die Bibliothek in der Greth, dem ehemaligen städtischen Kornhaus, am Landungsplatz untergebracht. Um die “Säuberung” von unerwünschtem Schrifttum zu vermeiden wurde sie 1937 aufgeteilt: in eine wissenschaftliche nicht öffentliche und eine öffentliche Bibliothek, die Vorläuferin der heutigen Stadtbücherei. Nach 1945 wurde die Trennung der Bestände beibehalten und die Leopold-Sophien-Bibliothek der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. 1977 wurde die Bibliothek als eine der bedeutensten deutschen im Bodenseeraum in das Denkmalschutzbuch eingetragen.

Da für die Greth in den 90er Jahren nach einer kommerziellen Nutzung gesucht wurde, beschloss der Gemeinderat 1995 die Bibliothek in das Steinhaus zu verlegen. Die Bücher sind dort wegen des großen Anteils an Werken vor 1900 seither aus konservatorischen Gründen in einem klimatisierten Magazin untergebracht und nicht öffentlich zugänglich.

Ein Teil der Bücher, die ab 1900 zur Überlinger Geschichte, Geschichte des Bodenseeraumes, Landeskunde etc. erschienen sind, sowie die neuesten Ausgaben landeskundlicher Zeitschriften sind im Lesezimmer der Leopold-Sophien-Bibliothek aufgestellt und frei zugänglich. Weitere Bücher zur Landeskunde können aus dem Magazin entliehen werden.

Dank der Förderung der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg konnten von 1997 - 2002 die Bestände neu katalogisiert werden und in die Katalogdatenbank des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes eingegeben werden. Dort können sie im Internet recherchiert werden. Der Katalog der mittelalterlichen Handschriften und neuzeitlichen Handschriften ist im Internet in der Datenbank  Manuscripta mediaevalia einsehbar.